Zähne Bleachen „In Office“ Beim Zahnarzt – So Geht’s

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Wer sich statt dem „Do-it-yourself-Verfahren“ (unsere Empfehlung: die 5 Besten Home-Bleaching Sets) lieber beim Zahnarzt in der Praxis die Zähne aufhellen lassen möchte, sollte auch hier einige Umstände bedenken. So arbeiten verschiedene Zahnärzte mitunter mit unterschiedlichen Verfahren, denn auch wenn es gängige Standards gibt, obliegt es letztlich jedem Zahnarzt und seiner Praxis, für welches davon sich entschieden wird. Seltener werden mehrere Verfahren unterstützt, was aber aufgrund der Wirtschaftlichkeit und hohen Anschaffungskosten einzelner notwendiger Geräte für die Praxis nicht zwingend rentabel ist.

Die Wahl der Methode und eine umfassende Aufklärung

Der erste Weg bei einem gewünschten Bleaching in der Praxis führt natürlich zum Zahnarzt des Vertrauens. Dieser ist mit der Historie des Patienten und seinen Zähnen bereits bestens vertraut, kann also im Regelfall sofort beurteilen, ob ein Bleaching möglich und sinnvoll ist. Nicht selten wird das Weiß der eigenen Zähne nämlich mitunter gar nicht so wahrgenommen, wie der Zahnarzt es deutet. Schuld daran sind vor allem oftmals unrealistische Vorstellungen seitens der Patienten, welche sich das perfekte Vener-Lächeln aus Film und Fernsehen wünschen.

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Der Zahnarzt wird im Zuge seiner Aufklärung daher nicht nur über die in der Praxis angewandte Methodik zum Aufhellen informieren, sondern dem Patienten auch realistische Erwartungen vermitteln. Tendenziell haben Patienten dennoch einen gewissen Spielraum, können also normalerweise aus mehreren Weiß-Graden wählen, welchen davon sie sich als finales Ergebnis des Bleachings vorstellen. Bei besonders unrealistischen Erwartungen oder einer fehlenden Eignung, zum Beispiel wenn der Zahnschmelz zu dünn ist, kann ein Zahnarzt die Behandlung aber auch aufgrund von medizinischen Bedenken ablehnen. Dann bleibt nur der Weg zu einem Zahnarzt, welcher mitunter ein anderes Verfahren und eine andere Sichtweise unterhält oder aber man findet sich mit der natürlichen Zahnfarbe ab.

Jeder Zahnarzt wird die Zähne vorher gründlich überprüfen, auch wird vor dem Bleaching typischerweise immer eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt. Diese steigert nicht nur die Chancen auf ein besseres Ergebnis, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass dieses länger anhält.

Schmerzpatienten oder Zahnarztmuffel haben bei einem Bleaching übrigens nichts zu befürchten. Unabhängig davon, welches Verfahren nun genau genutzt wird, verursacht dieses weder Schmerzen noch Unwohlsein. Zwar sollten Patienten natürlich ein wenig Zeit mitbringen, damit der Zahnarzt seine Arbeit auch gründlich erledigen kann, diese Behandlung ist aber nicht mit dem klassischen Besuch beim Zahnarzt und dem Einbringen von Füllungen oder ähnlichem zu vergleichen.

So läuft das Beratungsgespräch im Regelfall ab

Ist die Entscheidung zu Gunsten eines Bleachings gefallen, geht es daran mit dem Zahnarzt die weiteren Details abzusprechen. In dem dafür angelegten Beratungsgespräch wird dieser unter anderem die folgenden Umstände ansprechen:

  • anhand eines Beispieltablets mit verschiedenen Weiß-Graden darf bestimmt werden, welcher davon als Zielsetzung auserkoren wird, wie „weiß“ die Zähne also sein sollen
  • der Zahnarzt wird an dieser Stelle auch anmerken, was überhaupt möglich ist und die Weiß-Skala mitunter entsprechend eingrenzen
  • ebenso wird sich der Zahnarzt über einige Lebensgewohnheiten informieren, zum Beispiel eine dauerhafte Medikamenteneinnahme, ob Sie Raucher sind oder starken Kaffeegenuss vorzuweisen haben

Die Lebensgewohnheiten, die Art sowie Ursache der Verfärbung und die Struktur mitsamt der individuellen, angeborenen Farbe der Zähne sind einzelne Aspekte, die eine Schlüsselrolle bei dieser Beratung einnehmen. All diese Aspekte lässt der Zahnarzt in seine Entscheidung einfließen, welcher Weiße-Grad tatsächlich realistisch und gesundheitlich unbedenklich ist. Schließlich kann auch der Zahnarzt nicht unendlich oft bleachen, nur weil ein unrealistischer Weiße-Grad vom Patienten gewünscht wird. Er muss folglich ein Gleichgewicht zwischen dem gesundheitlich unbedenklichen Vorgehen und der gewünschten Ästhetik erreichen.

Sind die „Würfel gefallen“, werden dann zwei Termine vereinbart: einer davon widmet sich einer Routine-Untersuchung mit anschließender professionellen Zahnreinigung. Diese lässt das spätere Ergebnis intensiver wirken. Bei der Routine-Untersuchung wird außerdem sichergestellt, dass keine Löcher, Zahnstein oder andere Makel existieren, die vor dem Bleaching noch behoben gehören – sollte das der Fall sein, wird dafür mitunter ein separater Termin vereinbart. Der zweite Termin ist das Bleaching selbst und die dafür notwendige erste Sitzung.

Am Tag des ersten Bleachings: Vorgehensweise bei der Behandlung

Sobald die Praxis betreten wurde, geht es für den Bleaching-Patienten in der Regel auch sofort los. Es ist hilfreich, wenn der Tag nicht weiter verplant wird, vor allem wenn die PZR noch ansteht. Auch sonst ist das Bleaching etwas, was von Zahnärzten natürlich sorgfältig und nicht hektisch vollzogen wird. Auf die nachfolgenden Schritte können Sie sich einstellen, wobei Abwandlungen zwischen einzelnen Zahnärzten und Praxen natürlich denkbar sind.

Schritt 1: Dentalanalyse
Im ersten Schritt erfolgt noch einmal eine genaue farbliche Analyse der Frontzähne mitsamt deren Farbbestimmung. Nach einer Besprechung wird die weitere Durchführung des Verfahrens erklärt, außerdem werden danach die notwendigen Schritte für den späteren Bleaching-Prozess vollzogen.

Schritt 2: Zahnreinigung
Nun wird die Zahnreinigung vollzogen, sofern sie nicht bereits am Vortag stattgefunden hat. Die Politur erfolgt in der Regel über eine Zahnbürste, bei der unter anderem Rückstände von Plaque sowie Kaffee-, Tabak- und Teebeläge entfernt werden. Ein Bleaching ist immer nur auf sauberen Zähnen sinnvoll!

Schritt 3: Zahnfleischschutz
Das Zahnfleisch wird bei diesem Schritt mit einem zuverlässigen Schutz abgedeckt, die Wangen werden durch einen Lippenabhalter verhältnismäßig bequem von den Zähnen weggedrückt. Dadurch wird sichergestellt, dass der Zahnarzt bis zum Zahnfleischrand arbeiten kann und zugleich eine gute Sicht auf das Gebiss sowie die Erreichbarkeit der Zähne vorliegt.

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Schritt 4: Gegebenenfalls weitere Schutzmaßnahmen
Je nach Art des Bleachings bekommt der Patient noch eine Brille mit Lichtfilter aufgesetzt, die vor Lichteinwirkung schützt. Das ist dann der Fall, wenn beim Bleaching auch Licht oder Laser verwendet werden. Weiterhin wird im Regelfall ein Lippenschutz auf die Lippen aufgetragen, der diese vor dem Austrocknen und anderen oberflächlichen Verletzungen bewahrt.

Schritt 5: Gel wird mehrmals aufgetragen
Nun kann der Zahnarzt das Aufhellungsgel auf die Zähne bringen und gleichmäßig verteilen. Dieses wird im Zuge dessen mehrmals wieder entfernt und erneut aufgetragen, in der Zwischenzeit wird regelmäßig der Speichel abgesaugt. Gegebenenfalls wird an dieser Stelle dann auch das Licht des jeweiligen Verfahrens eingesetzt.

Schritt 6: Die Kontrolle
Der Zahnarzt kontrolliert noch einmal die erzielten Ergebnisse mit Ihren Vorstellungen. Viele solcher Bleaching-Therapien sind auf mehrere Sitzungen angelegt, weshalb bei der ersten Sitzung lediglich ein Zwischenschritt erzielt wird.

Schritt 7: Nachbehandlung
Die Zähne werden noch einmal nachbehandelt, außerdem wird meist ein Gel aufgetragen, welches sie desensibilisieren soll, damit die Überempfindlichkeit nach dem Bleaching nicht so intensiv auftritt. Patienten erhalten außerdem noch weitere Hinweise, ob kurzzeitig nichts gegessen, getrunken oder geraucht werden darf. Die Nachpflege gestaltet das Bleaching nicht nur komfortabler, da die Zähne nicht mehr so überempfindlich auf Druck, Kälte und Wärme reagieren, sie hat außerdem eine positive Wirkung auf das Ergebnis der Aufhellung selbst.

Stehen mehrere Sitzungen an, wird in der Praxis direkt ein neuer Termin für die zweite Sitzung vereinbart. Wie viele insgesamt notwendig sind, hängt immer maßgeblich von dem Grad der Verfärbung, dem gewünschten Weiße-Grad und der genutzten Methode ab. Meist können Zahnärzte die notwendigen Sitzungen schon vorab sehr spezifisch einschränken. Üblicherweise sind zwei bis vier Sitzungen bis zum gewünschten Endergebnis erforderlich.

Vor- und Nachteile des professionellen Bleachings in der Zahnarztpraxis

Pro:

  • zuverlässige Rundum-Betreuung eines ausgewiesenen Mediziners
  • mit vorherigen Check-Ups
  • erzielt aus gesundheitlicher Sicht die geringste Belastung für die Zähne und den Zahnschmelz
  • Verwendung von qualitativ hochwertigen, bewiesenen Stoffen und Verfahren
  • unmittelbarer Ansprechpartner bei Fragen und/oder Beschwerden

Contra:

  • wesentlich teurer als ein günstigeres Home-Bleaching
  • Behandlung erfolgt nicht komfortabel zuhause, sondern in der Praxis des Zahnarztes

Kosten für ein Zahnarzt-Zahnbleaching

Zu den Kosten lassen sich keine pauschalen Angaben machen, denn hier existieren maßgebliche Unterschiede zwischen den Zahnärzten, aber auch den jeweiligen Bundesländern und Regionen. Ein Power-Bleaching beziehungsweise die laserunterstützte Aufhellung können durchaus bis zu 1.000 Euro kosten, andere Verfahren sind mitunter etwas günstiger. Patienten sollten aber pauschal mit einem mittleren dreistelligen Betrag (und höher) kalkulieren.

Zu berücksichtigen ist an dieser Stelle außerdem, dass solche Bleachings weder von den gesetzlichen noch privaten Krankenkassen übernommen werden. Die Kosten hierfür müssen also aus eigener Tasche gezahlt werden, inklusive möglicher Salben oder Cremes, welche im Zuge der Nachbehandlung erforderlich oder zumindest empfohlen sind.

Achtung: auch wenn die Kosten für das Bleaching selbst nicht durch die Kassen getragen werden, übernehmen viele Krankenversicherer doch (anteilig) die Kosten für die damit verbundene professionelle Zahnreinigung. Dieses Geld können Sie sich also wiederholen, sofern die maximale Anzahl der professionellen Zahnreinigungen in diesem Jahr noch nicht überschritten wurde!

Fazit: Das Zahnbleaching beim Zahnarzt ist komfortabel, schmerzfrei und birgt sehr gute Ergebnisse

Trotz vieler Home-Produkte ist das professionelle Bleaching beim Zahnarzt noch immer der Klassiker und zugleich der sicherste sowie effektivste Weg, die Zähne sichtbar aufhellen zu lassen. Der große Vorteil liegt vor allem darin, dass die Behandlung spezifischer auf den Patienten und seine Zähne angepasst wird, außerdem verwendet ein Zahnarzt natürlich nur bewiesene Instrumente und Materialien, welche er auch aus medizinischer Sicht für unbedenklich hält. Je nach Praxis können mitunter verschiedene Verfahren angeboten werden, was bei der Wahl des Zahnarztes zu berücksichtigen ist, sollten Sie sich schon fest auf ein bestimmtes Verfahren versteift haben. Generell ist es aber durchaus lohnenswert, wenn der Empfehlung des eigenen Zahnarztes des Vertrauens gefolgt wird.

Durch die vorherige professionelle Zahnreinigung lässt sich ein besseres Ergebnis realisieren, zudem hält der Effekt des Bleachings so für gewöhnlich länger an. Es ist aber immer anzuraten, diese Behandlung mitunter als Anreiz zu betrachten, an den eigenen Lebensgewohnheiten zu arbeiten, damit die Zähne künftig nicht mehr so schnell oder zumindest nicht mehr so stark verfärben. Mindestens drei Jahre sollte der Effekt aber immer halten, wenn die Zähne nach diesem Zeitraum mitunter aber auch nicht mehr ganz so perlweiß und strahlend wie unmittelbar nach der Bleaching-Therapie sind. Eine natürliche Verfärbung lässt sich an dieser Stelle nicht verhindern und sollte jedem Patienten bewusst sein, der sein Geld in solch ein professionelles Bleaching beim Zahnarzt investiert.

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