UV-Licht Für Weiße Zähne: Funktioniert Das Wirklich?

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Der Traum vom zauberhaft weißen Lächeln hat schon so manche Technologie und so manches umstrittenes Hausmittel vorgebracht. Eines der noch immer relativ häufig genutzten Verfahren, teilweise auch in Eigenregie, sieht das Bleaching mittels Licht, genauer gesagt Strahlen aus dem UV-Lichtspektrum vor. Wie Studien unter anderem aus Norwegen zeigen, ist damit aber höchste Vorsicht geboten.

Was eigentlich ist UV-Licht?

"UV" steht kurz für "Ultraviolett", umgangssprachlich wird es meist einfach als "ultraviolettes Licht" bezeichnet - nicht zu verwechseln mit der Infraviolett-Strahlung, welche in einem anderen Spektrum stattfindet. Der Name rührt daher, weil die kürzeren Wellenlängen an das Violett anknüpfen, was wiederum der für den Menschen gerade noch wahrnehmbare Farbreiz ist. Weiterhin zeichnet sich UV-Licht dadurch aus, dass es mit fluoreszierenden Stoffen harmoniert, weshalb es gern auch als "Schwarzlicht" bezeichnet wird. Scheinbar ohne eine konkrete Einwirkung von Licht, fangen diese Stoffe dann an hell zu leuchten - das kennt man beispielsweise aus Diskotheken oder von Produkten, die im Dunkeln unter UV-Licht leuchten sollen.

Von Natur aus hat UV-Licht also nicht viel mit dem Aufhellen der Zähne gemeinsam, dennoch gilt es immer noch als "Geheimtipp" und gutes "Hausmittel", auch weil im Internet zahlreiche Produkte zum verhältnismäßig günstigen Preis erhältlich sind, die mit Hilfe von UV-Licht und diversen aufzutragenden Cremes künftig deutlich strahlende Zähne versprechen.

Achtung: Vorweg gilt zu sagen, dass dieser Artikel eine Aufklärung über das Bleaching-Verfahren mittels UV-Licht sein soll. Im Artikel werden deshalb mitunter differenzierte Meinungen verschiedener Experten präsentiert. Die gängige Empfehlung deutscher und internationaler Zahnärzte sowie deren Verbände fällt aber eindeutig aus: UV-Licht sollte nicht zum Bleaching benutzt werden, da es unter anderem mit zahlreichen Gefahren für die Zähne und deren Zahnsubstanz verbunden ist und diese bereits wissenschaftlich nachgewiesen sind!

Gründe für den Wunsch nach einem Bleaching und der Verfärbung der Zähne

Der Grund für ein Bleaching ist offensichtlich, unabhängig der genutzten Methode: die eigenen Zähne werden als zu dunkel oder (gelblich) verfärbt empfunden, folglich möchte man sie aufhellen und wieder das bekannte "Zahnarzt-Lächeln" erhalten. Interessanter sind die Gründe, die hinter der eigentlichen Verfärbung stecken, denn diese sind durchaus vielfältig und können sich von Mensch zu Mensch mitunter erheblich unterscheiden - eine Kombination aus mehreren Gründen ist meist ebenso gegeben.

Die bekanntesten Ursachen hinter verfärbten Zähnen finden sich in der Ernährung und anderen, für Zähne schädlichen Gewohnheiten - das Zähneputzen hingegen hat hingegen einen eher geringen Einfluss, außer die Zahnhygiene ist besonders schlecht. Es ist also keinesfalls förderlich, weder für die Gesundheit der Zähne noch ihre Farbe, wenn die Zähne künftig fünfmal täglich oder mehr geputzt werden. Zwei- bis dreimal am Tag reicht nach wie vor völlig aus!

Einige der Ursachen für verfärbte Zähne sind nahezu unumgänglich oder aber der eigene Einfluss darauf ist quasi nicht existent.

Das sind beispielsweise natürliche Verfärbungen, die mit gehobenem Alter auftreten, denn die Zähne verlieren hier schlicht und ergreifend ihren perlweißen Glanz.

Ebenso kann eine schlechte Genetik eine Rolle spielen, wenn starke Verfärbungen bereits im Familienstammbaum keine Ausnahme darstellen. Meist wird aber vor allem die Genetik überschätzt, denn der Anteil und Einfluss von beeinflussbaren Ursachen ist wesentlich höher.

Nennenswert sind an dieser Stelle beispielsweise:

  • starkes Rauchen und/oder starker Kaffeegenuss (der Klassiker!)
  • verschiedene Medikamente (unter anderem Tetrazykline) haben eine verfärbende Wirkung
  • eine schlechte Ernährung generell, sowohl hinsichtlich des Essens (Blaubeeren) als auch Trinkens (zum Beispiel viel und häufig Cola trinken)
  • eine schwerwiegende Infektion oder ein Unfall nach dem Ausfallen der Milchzähne

Viele dieser Ursachen sind beeinflussbar, andere wie Infektionen oder Unfälle hingegen nicht. Weil die Verfärbung im Regelfall aber ein schleichender Prozess von unterschiedlicher Intensität ist, sei es an dieser Stelle durchaus angeraten, auch am eigenen Lebensstil und den Lebensgewohnheiten zu arbeiten. Denn schon einige dieser Ursachen gezielt zu eliminieren, beispielsweise indem das Rauchen aufgegeben wird, kann eine weitere Verschlechterung verhindern oder deren Intensität zumindest verringern.

Warum und wo werden Zähne mit UV-Licht gebleached?

Vor allem in Amerika nutzen auch Zahnärzte häufig noch UV-Licht, entgegen bekannter Studien und den darin vermittelten Gefahren. Einer Studie von Professor Gennaro Cataldo der "Henry M. Goldman School of Dental Medicine" nach, investieren die US-Amerikaner sogar etwas mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar in rezeptfreie Produkte zum Aufhellen der Zähne, viele davon arbeiten ausschließlich oder ergänzend mit UV-Licht.

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Die Gründe dafür sind kein Geheimnis, denn ein strahlend schönes, weißes Lächeln, wie es so oft von Hollywood-Stars und Sternchen der Musikbranche vorgemacht wird, wirkt nicht nur freundlich, sondern auch unglaublich ästhetisch. Dabei wird oft nicht bedacht, dass eben diese Stars und Sternchen nicht zu den vermeintlich günstigsten oder schnellsten Verfahren greifen, sondern stattdessen hochwertige Lösungen suchen, natürlich auch deshalb, weil es ihr eigenes Budget erlaubt.

Ebenso häufig kommen UV-Licht-Produkte zum Bleaching in den heimischen vier Wänden zum Einsatz. Die Frage nach dem "Warum?" lässt sich leicht beantworten: ein kurzer Blick in die bekannten großen Internet-Versandhäuser zeigt deutlich, dass sich Anbieter und Hersteller von solchen Produkten da geradezu in Massen tummeln. Sie versprechen eine kinderleichte Anwendung, bei der nach dem Eincremen der Zähne einfach ein Modul mit UV-Licht in den Mund gesteckt wird, welches dann die Zähne kontinuierlich bis zu einem gewissen Grad aufhellen soll. Für den Privatanwender, der die teure Behandlung beim deutschen Zahnarzt scheut, sind solche UV-Bleachings also schon mit überschaubarem Budget erschwinglich, zudem lassen sie sich im Regelfall einfacher anwenden, als beispielsweise aufklebbare Strips.

Der Prozess: So funktioniert das Zahnbleaching mit Hilfe vom UV-Licht

Das UV-Licht allein hat, mehr oder minder überraschend, gar keinen Einfluss beim Aufhellen der Zähne. Es funktioniert (vermeintlich) erst deshalb, weil es sich hierbei die Photokatalyse zu Nutze macht. Einfach ausgedrückt sieht diese vor, dass eine Reaktion geschieht, sobald ein bestimmter Katalysator verwendet wird. Der Auslöser für die Reaktion ist in diesem Fall das zugeführte UV-Licht, der Katalysator ist beispielsweise eine Creme oder ein Gel, was vor der "Bestrahlung" auf die Zähne aufgetragen werden muss. Welches das genau ist, kann sich je nach Verfahren unterscheiden, denkbar ist beispielsweise eine Zusammenstellung mit Zink, welches von Natur aus eine aufhellende Wirkung besitzt - Titandioxid ist eine weitere Alternative dazu.

Die Idee dahinter ist nun, dass das UV-Licht die Wirkung von diesem Katalysator verstärkt, Peroxide sich schneller auflösen und dadurch freie Radikale entstehen, welche zu einer Aufhellung der Zähne führen. Beides ist getrennt zu beachten, einerseits die Verstärkung des eigentlichen Bleichmittels und andererseits das Auflösen der Peroxide. Eine Behandlung mit UV-Licht verspricht also gewissermaßen einen doppelten Effekt in lediglich einer Sitzung, was sich insbesondere in Verbindung mit dem niedrigen Preis und der leichten Anwendung natürlich ausgesprochen gut anhört.

Was Hersteller und Anbieter unerwähnt lassen, sind die Gefahren, die durch die UV-Bestrahlung ausgehen. Wissenschaftler und Mediziner vergleichen diese mit einem zu langen Sonnenbad in der Sommerhitze ohne effizienten Sonnenschutz. Vor allem für Menschen hellen Hauttyps entwickelt sich folglich eine große Gefahr. Weiterhin kann das UV-Licht auch die Netzhaut und andere feine Teilchen im Auge angreifen. Da das Gerät mit dem UV-Licht unmittelbar in den Mund gesteckt wird, kann es außerdem zu einer Verbrennung oder Beschädigung des Gaumens und/oder Zahnfleisches kommen.

Noch erstaunlicher wird die Popularität dieser UV-Bleachings in Anbetracht einer norwegischen Studie, welche von Dr. Ellen Bruzell veröffentlicht wurde. Dr. Bruzell ist Mitglied im "Nordic Institute of Dental Materials" und hat diverse UV-Bleachings einmal dem Härtetest unterzogen. Dafür wurde vor allem die versprochene Wirkung getestet, sowohl separat als auch im Vergleich zur Kombination aus Gel und UV-Licht. Die Ergebnisse (hier einzusehen) dürften für viele durchaus überraschend sein.

Während der Studie wurden überhaupt keine Unterschiede zwischen dem Auftragen einer gewöhnlichen Bleaching-Creme oder -Salbe sowie der zusätzlichen Behandlung mit UV-Licht festgestellt. Das häufig beworbene Versprechen, dass eine noch stärkere Aufhellung stattfindet, lässt sich wissenschaftlich also nicht belegen. Die Kehrseiten der Therapie hingegen schon, denn im Zuge der Studie wurde ebenso festgestellt, dass die Oberfläche der Zähne durch das UV-Licht stark angegriffen und teilweise zersetzt wird, weiterhin werden die Zähne empfänglicher für Stress und eine Überempfindlichkeit. Die so häufig angesprochenen schmerzenden Zähne, gepaart mit einer Überempfindlichkeit gegen heiße und/oder kalte Getränke sowie Speisen, rührt also nicht von ungefähr.

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Ebenfalls wurde im Zuge dieser Studie ermittelt, dass Verbrennungen und andere oberflächliche Beschädigungen im Mundraum keinesfalls selten auftreten. Vor allem bei einer häufigen Anwendung kann sich hier ebenfalls eine Überempfindlichkeit einstellen, zudem wird das Zahnfleisch belastet, was sekundär weitere negative Folgen für die Zähne mit sich bringen kann. Bei einigen Probanden der Studie wurden außerdem noch die Lippen angegriffen, zeigten sich nach der Therapie als sehr spröde, teilweise aufgerissen oder fühlten sich stark ausgetrocknet an.

Achtung: trotz dieser Studie und verwandten Ergebnissen wird die Behandlung mit UV-Licht immer noch von einigen Zahnärzten angeboten, sowohl im amerikanischen als auch im skandinavischen Raum ist sie einigermaßen beliebt, in Deutschland eher seltener. Sprechen Sie daher mit Ihrem Zahnarzt diese Ergebnisse an und suchen Sie gegebenenfalls Alternativen oder gar eine andere Praxis, sollten Sie sich unsicher sein oder Bedenken haben!

Kurzzeitige und langfristige Risiken einer UV-Bleaching-Therapie

Um die Folgen eines UV-Bleachings "am eigenen Leib zu spüren", muss solch ein Bleaching keinesfalls über mehrere Wochen oder Monate angelegt sein. Erste negative Anzeichen sind durchaus schon nach der ersten Behandlung denkbar, wobei spätestens das ein klares Zeichen liefern sollte, diese unmittelbar einzustellen.

Hinsichtlich der kurzzeitigen Beschwerden und Risiken sind unter anderem diese denkbar:

  • verbrannte Gaumen
  • beschädigtes, gereiztes und blutendes Zahnfleisch
  • verstärkte Reize im Mundraum, ähnlich wie bei einer Erkältung
  • Sonnenbrand rund um den Mund
  • ausgetrocknete, spröde oder gerissene Lippen
  • eine Überempfindlichkeit der Zähne, teilweise mit (starken) Schmerzen

Die langfristigen Beschwerden und Risiken sind nicht weniger bedenklich:

  • verringerte Farbstabilität der Zähne, folglich künftig schnellere und häufigere Verfärbungen
  • Wucherungen oder Hautveränderungen um die Augen
  • verstärktes Risiko von Krebs
  • unregelmäßige Bildung des Zahnschmelzes, dadurch erhöhtes Risiko für Karies und Zahnstein
  • generelle Beschädigungen rund um das Zahnfleisch und im Mundraum

Weiße Zähne müssen also mitunter teuer bezahlt werden - wenn auch nicht hinsichtlich der Anschaffung solcher Hilfsmittel, dafür aber später mit der Gesundheit der Zähne, des Gesichts und des Mundraums. Das ist natürlich schon deshalb ein großes Manko, weil die angesprochene Studie nicht einmal feststellen konnte, dass das Bleaching-Ergebnis durch das UV-Licht überhaupt verbessert wird.

Fazit zum UV-Bleaching: Eine Methode, die mehr Gefahren als Vorteile birgt!

So vielversprechend die Aussagen der Hersteller oder der Händler solcher Therapiemaßnahmen zur Aufhellung der Zähne auch sein mögen, so (relativ) eindeutig sind die Ergebnisse von Studien und Empfehlungen europäischer Verbände.

Sie lassen nur den folgenden Schluss zu: Finger weg vom UV-Bleaching!

Nicht nur ist überhaupt nicht bewiesen, dass der Effekt des Bleachings damit tatsächlich verstärkt wird, auch können nachweislich eine Vielzahl von negativen Auswirkungen auftreten - sowohl kurz- als auch langfristig!

Wenn überhaupt mit Licht aufgehellt wird, sollte kein UV-Licht zum Einsatz kommen, außerdem ist unbedingt eine Durchführung beim Zahnarzt anzuraten, der eine wesentlich bessere Abstimmung zwischen Gel/Salbe und der Intensität des Lichtes erzielt, während er außerdem auf die Gesundheit der Zähne und des Zahnfleisches achtet. Wer seine Zähne aufhellen möchte, um den negativen Auswirkungen von Kaffee, Zigaretten und Co. entgegenzutreten, sollte gegebenenfalls lieber etwas tiefer in den eigenen Geldbeutel greifen und damit seine eigene Gesundheit schonen.

Ebenfalls ist davon abzuraten, sich ausschließlich auf die Meinungen anderer Kunden bei derartigen Produkten zu verlassen. Nicht selten handelt es sich hierbei leider um gekaufte Bewertungen oder von Kunden, die ein Produkt nur dann bewerten, wenn sie damit zufrieden sind. Weiterhin ist es einer Privatperson ohne entsprechende Bildung in der Zahnmedizin natürlich gar nicht möglich, die eigenen Schäden an den Zähnen oder im Mundraum, welche durch das UV-Licht mitunter entstanden sind, entsprechend zu identifizieren sowie zu beurteilen.

Insbesondere weil auf dem Markt ausreichend Alternativen existieren, sollte das UV-Licht also lieber in eine Schublade gesteckt und weggeschlossen werden. Für die Aufhellung der Zähne kann hier, speziell für die private Anwendung ohne zahnärztliche Überwachung, definitiv keine Empfehlung ausgestellt werden!

Wer die besten Alternativen zum UV-Licht Bleaching kennenlernen möchte, kann sich unsere Empfehlung der 5 Besten Bleaching Produkte ansehen.

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