Methoden Der Hornhautentfernung Im Überblick

Methoden der Hornhautentfernung

Was ist Hornhaut?

Unter Hornhaut wird medizinisch eine Verdickung der Epidermis verstanden. Dabei handelt es sich um die äußerste Hautschicht der Fußsohlen. Hornhaut besteht aus abgestorbenen Hautzellen, den sogenannten Korneozyten. Diese "tote Hautschicht" ist wichtig für den Schutz der Füße vor Schmutz, Viren und Verletzungen. Werden die Füße durch falsches Schuhwerk oder langes Stehen übermäßig beansprucht, kann der Körper mit einer vermehrten Hornhautbildung reagieren. So entsteht ein natürlicher Schutzmantel. Zwischen den einzelnen Hornzellen sind Fette angesiedelt, die wasserabweisend wirken. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Haut durch zu viel Feuchtigkeit aufquillt. Ist die Haut sehr trocken oder liegt eine Störung der Hautbarriere vor, wird die Entstehung übermäßiger Hornhaut begünstigt. Bei sehr stark ausgeprägter Hornhaut ist abzuklären, ob diesem Symptom nicht eine chronische Entzündung der Haut (Dermatitis) zugrunde liegt. Doch welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Hornhaut?

  • falsches und zu enges Schuhwerk mit hohen Absätzen, die zu einseitiger Druckbelastung führen
  • langes Stehen oder Gehen
  • angeborene oder erworbene Fußfehlstellungen wie Senk- oder Spreizfuß

Hornhaut macht sich meist als flächige Verdickung gelblicher Färbung bemerkbar. Unter bestimmten Voraussetzungen können jedoch schmerzhafte Risse oder Hühneraugen entstehen.

Achtung! Beim Entfernen der Hornhaut ist immer Vorsicht geboten! Der Übergang zwischen der störenden, dicken Hautschicht zur gesunden Haut ist fließend! Daher sollte mit entsprechenden Geräten immer sehr vorsichtig gearbeitet werden!

Es gibt viele Wege, Hornhaut zu entfernen. Fast alle lassen sich problemlos im heimischen Badezimmer anwenden. Allerdings eignet sich nicht jede Methode für jede Art von Fuß. In Fällen von sehr dicker Hornhaut oder bei Fußpilz und offenen Stellen sowie eingewachsenen Nägeln kann der Besuch bei einer professionellen medizinischen Fußpflege sinnvoll sein, bis wieder eine Basis geschaffen ist. Doch welche Methoden der Hornhautentfernung gibt es und für wen eigenen sie sich?

Bimsstein

Bimsstein gegen Hornhaut

Ein Bimsstein darf in keinem Haushalt fehlen. Er ist in etwa handtellergroß und besteht aus porösem Vulkangestein. Die meisten Bimssteine heute sind allerdings kein Naturprodukt mehr, sondern werden industriell hergestellt. Im Anschaffungspreis sind diese Bimssteine sehr günstig und in jedem Drogeriemarkt zu finden. Die Füße können sowohl in trockenem als auch nassen Zustand mit Bimsstein bearbeitet werden. Erfahrungsgemäß funktioniert die Anwendung auf nasser Haut besser, vor allem nach einem Fußbad mit Apfelessig oder Zitronensaft. Danach wird die Hornhautschicht ganz einfach durch reibende Bewegungen mit dem Bimsstein abgetragen. Die Anwendung muss regelmäßig erfolgen, um Erfolge zu erzielen. Viele wenden den Bimsstein täglich nach dem Duschen an. Nach einer gewissen Zeit reibt der Stein sich ab und muss erneuert werden. Unter dem Strich ist die Methode sehr sanft und schonend, gerät aber bei sehr dicker Hornhaut an ihre Grenzen.

Vorteile des Bimssteins

  • günstig
  • Naturprodukt
  • unkompliziert in der Anwendung

Nachteile des Bimssteins

  • nur bei sehr feiner Hornhaut geeignet
  • lässt sich schlecht reinigen

Hornhautraspel

Hornhautraspel

Eine Hornhautraspel befindet sich in fast jedem Badezimmer. An einem Griffstück befindet sich eine Klinge aus Metall oder Kunststoff in Feilenform. Manche sehen auch aus wie eine Küchenreibe mit Stiel im Miniformat. Vor der Anwendung empfiehlt sich ein Fußbad, um die Hornhautschicht gut aufzuweichen. Mit der Zeit werden die Klingen dieser Raspeln stumpf. Bei sehr günstigen Modellen aus dem Drogeriemarkt ist ein Klingentausch nicht möglich und die Raspel muss komplett ersetzt werden. Damit das Behandlungsergebnis effektiv ist, sollte die Klinge immer scharf sein. Ein rechtzeitiger Tausch empfiehlt sich. Modelle, bei denen sich die Klingen auswechseln lassen, stellen die nachhaltigere Option dar. Mit diesem Werkzeug sollte die Hornhaut nur schichtweise abgetragen werden, da ansonsten die Verletzungsgefahr zu groß ist. Trotzdem arbeitet eine Hornhautraspel weniger gründlich als ein Hornhauthobel oder ein elektrischer Hornhautentferner. Die Klinge muss möglichst flach und ohne Druck angesetzt werden. Sonst wird zu viel Haut abgetragen und es kommt zu Verletzungen. Wenn die Hornhaut sehr stark ist, müssen mehrere Durchgänge erfolgen. Leichte Hornhaut lässt sich hingegen recht zuverlässig mit einer Raspel in den Griff bekommen. Grundsätzlich ist eine Hornhautraspel eher zur Nachbehandlung der Füße geeignet, wenn sie von dicken Hornhautschichten bereits befreit wurden. Eine Hornhautraspel lässt sich unter fließendem Wasser reinigen.

Vorteile der Hornhautraspel

  • einfache Handhabung
  • eignet sich zur Hornhautentfernung an empfindlichen Stellen
  • günstiger Anschaffungspreis
  • leicht zu reinigen

Nachteile der Hornhautraspel

  • Verletzungsgefahr
  • nicht geeignet für dicke Hornhaut

Hornhauthobel

Hornhauthobel

Hornhauthobel sehen aus wie eine große Feile. Sie verfügen über ein Griffstück an das zumeist eine austauschbare, sehr scharfe Klinge aus Metall oder Keramik angebracht wird. Ein Hornhauthobel funktioniert ähnlich wie eine Raspel, denn die Haut wird schichtweise abgetragen. Allerdings sind die Klingen deutlich schärfer, weshalb bei der Verwendung äußerste Vorsicht geboten ist. Wichtig ist, dass vor der Benutzung die Füße gründlich eingeweicht werden, damit sich die Hornhautschichten besser abtragen lassen. Ein Peeling empfiehlt sich ebenfalls, um abgestorbene Hautzellen vorab zu entfernen. Grundsätzlich besteht bei einem Hornhauthobel eine erhöhte Verletzungsgefahr. Das liegt vor allem an den sehr scharfen Klingen, die bei zu viel Druck aus dem Handgelenk tiefer Schnittwunden in den Füßen hinterlassen können. Bei der ersten Anwendung wird meist ein recht grobes Ergebnis erreicht, das jedoch mit der Zeit feiner wird. Das liegt daran, dass nur einzelne Hautschichten abgetragen werden und die Füße sich erst an die Prozedur gewöhnen müssen. Bei regelmäßiger Anwendung entsteht jedoch nach und nach ein einheitlicheres Bild und die Füße können sogar ganz hornhautfrei werden. Trotzdem ist es sinnvoll, die Haut mit einem Bimsstein nachzubearbeiten, damit ein optisch ansprechendes Gesamtbild entsteht.

Vorteile des Hornhauthobels

  • günstig in der Anschaffung
  • arbeitet zuverlässig auch bei dicken Hornhautschichten

Nachteile des Hornhauthobels

  • große Verletzungsgefahr
  • mehrere Anwendungen nötig
  • nicht immer optisch einheitliches Gesamtergebnis

Cremes und Lotionen gegen Hornhaut

Creme und Lotion gegen Hornhaut

Auf dem Markt sind verschiedene Salben und Cremes erhältlich, die versprechen, die Füße frei von Hornhaut zu machen. Die einzelnen Produkte weisen unterschiedliche Wirkstoffkombinationen auf, die zu einem verbesserten Hautbild an den Füßen und mehr Geschmeidigkeit der Haut führen sollen. Abgerundet werden diese Cremes von pflegenden Zusatzstoffen, die den Füßen Feuchtigkeit spenden oder bei Juckreiz, Rötungen und Hautirritationen wirken. Präparate, die eine antibakterielle Wirkung haben, schützen zusätzlich vor Fußpilz und Fußgeruch. Die Hauptwirkstoffe solcher Cremes sind Harnstoff (Urea) oder auch Allantoin. Harnstoff in Kombination mit Glyzerin intensiviert die Feuchtigkeit innerhalb der Hornhautschicht. Die Hornhaut weicht dadurch auf, wird elastischer und kann entfernt werden, beziehungsweise reduziert sich.

Auch Allantoin sorgt für eine größere Elastizität in diesen Hautschichten. Die Hersteller der meisten Cremes geben an, dass unter der Anwendung weitere mechanische Entfernungsmittel nicht notwendig sind. Allerdings muss die Creme, um überhaupt einen Effekt erzielen zu können, mindestens vier Wochen lang angewendet werden. Anti-Hornhautcreme wird zweimal täglich dünn auf die getrockneten und gereinigten Füße aufgetragen. Ideal ist, wenn eine der Anwendungen vor dem Schlafengehen erfolgt. Um eine Verunreinigung der Bettwäsche zu verhindern, sollten nach dem Auftragen leichte Baumwollsocken über die Füße gezogen werden. Ist das gewünschte Ergebnis erreicht, darf die Salbe nicht abgesetzt werden. Es reicht dann aus, die Anti-Hornhautcreme nur zwei-bis dreimal in der Woche aufzutragen. Erfahrungen zufolge lässt sich die Wirkung dieser Salben mit Paraffinbädern intensivieren. Nach dem Auftragen der Salbe werden die Füße in ein warmes Paraffinbad eingetaucht, danach in Frischhaltefolie oder eine Plastiktüte verpackt und gut mit einem Handtuch abgedeckt. Durch diese Prozedur entsteht Stauwärme, die für eine Weitung der Poren sorgt, wodurch die Wirkstoffe der Creme besser in die Hornhautschichten eindringen können. Nach einer Viertelstunde kann das inzwischen hart gewordene und erkaltete Paraffin von den Füßen entfernt werden.

Vorteile der Cremes

  • machen durch pflegende Zusatzstoffe die Füße geschmeidig
  • sind schnell aufgetragen

Nachteile der Cremes

  • Wirkung setzt frühestens nach vier Wochen ein
  • durch Daueranwendung kostenintensiv
  • allergische Reaktionen und Hautreizungen können auftreten

Schrundensalbe

Schrundensalbe gegen Schrunden

Schrunden (https://www.freundin.de/schrunden-das-hilft-gegen-rissige-fersen-freundin-de) sind kleine Hautrisse, die zusätzlich zu Hornhaut auftreten können, wenn die Haut sehr trocken ist. Die kleinen Spalten können im schlimmsten Fall die tieferen Hautschichten im Fuß erreichen und bei Kontakt mit Bakterien schmerzhafte Entzündungen verursachen. Daneben sind Juckreiz und Rötungen typisch für Schrunden. Eine spezielle Schrundensalbe versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und weiteren Wirkstoffen, die der Beruhigung der betroffenen Partien dienen. Meist handelt es sich dabei um Inhaltsstoffe wie Panthenol oder Harnstoff. Lanolin, Hyaluronsäure oder ätherische Öle sorgen dafür, die Haut elastisch und geschmeidig zu halten. Viele Schrundensalben sind mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie zum Beispiel Kamille erhältlich. Je nach Intensität der Schrunden wird die Salbe täglich oder mehrmals in der Woche auf die Füße aufgetragen. Es handelt sich bei einer Schrundensalbe nicht um eine Creme zur Hornhautentfernung, sondern um ein reines Mittel gegen Hautrisse an den Füßen.

Vorteile der Schrundensalbe

  • pflegt rissige Füße und spendet ihnen Feuchtigkeit
  • lässt Entzündungen abheilen

Nachteile der Schrundensalbe

  • entfernt keine Hornhaut, sondern ist lediglich ein ergänzendes Pflegeprodukt

Auf dem Weg zur effektiven Hornhautentfernung probieren die meisten verschiedene Methoden aus - mit ganz unterschiedlichem Erfolg. In der Praxis hat sich, vor allem bei mittelstarker und starker Hornhaut, der elektrischer Hornhautentferner als die beste Möglichkeit, die unerwünschten Hautschichten an den Füßen zu entfernen, durchgesetzt.

Elektrischer Hornhautentferner

Elektrischer Hornhautentferner

Diese Handgeräte ähneln Epilierern oder Elektrorasierern. Sie sind mit auswechselbaren Rollen in einer oder mehreren Stärken versehen, auf denen ein mit Mikrogranulat oder Diamantpartikeln beschichtetes Schleifpapier aufgebracht ist. Nach Einschalten des Gerätes dreht sich die Rolle um die eigene Achse und wird auf die Füße aufgesetzt. Je nach Intensität des ausgeübten Drucks und der Beschaffenheit des Schleifaufsatzes wird die Hornhaut schichtweise abgetragen. Dabei sollte der elektrische Hornhautentferner nicht zu lange auf einer Stelle verbleiben, um eine Überhitzung zu vermeiden. Es ist wichtig, ein Gerät zu kaufen, dass über eine Abschalteautomatik bei zu hohem Druck verfügt. So kann sichergestellt werden, dass es nicht zu Verletzungen an den Füßen kommt. Die Anwendung ist unkompliziert. Je nach Modell und Körnung der Rollen kann dünne, aber auch sehr dicke Hornhaut zuverlässig abgetragen werden. Die austauschbaren Rollen ermöglichen es, dass mehrere Mitglieder in einem Haushalt das Gerät nutzen können. Manche Modelle eigenen sich nur zur Anwendung auf nasser Haut, andere funktionieren nur bei trockenen Füßen. Auch Hybridgeräte sind erhältlich. Normalerweise erfolgt der Betrieb mit einem wiederaufladbaren Akku. Reisemodelle sind batteriebetrieben. Nach der Anwendung empfiehlt es sich, die Füße mit einer Creme zu verwöhnen.

Vorteile der elektrischen Hornhautentferner

  • entfernt zuverlässig selbst starke Verhornungen
  • sehr geringes Verletzungsrisiko
  • sehr leicht zu handhaben
  • in der batteriebetriebenen Version ideal für unterwegs
  • Rollen in verschiedenen Körnungen erlauben ein optisch ansprechendes Ergebnis

Nachteile der elektrischen Hornhautentferner

  • höhere Kosten bei der Anschaffung als bei anderen Methoden zur Hornhautentfernung
  • Folgekosten für die Rollen sind höher als bei Klingen oder Messern

Hornhautpflaster

Salicylsäure ist ein recht starkes Mittel, das besonders bei sehr hartnäckiger, dicker Hornhaut zum Einsatz kommt. Mit Salicylsäure getränkte Pflaster können gezielt an Stellen aufgebracht werden, die von sehr dicker und hartnäckiger Hornhaut betroffen sind - selbst zwischen den Zehen. Bevor das Pflaster aufgebracht wird, sollten die Füße gründlich gereinigt und abgetrocknet werden. So hält der Kleber gut und die Wirkstoffe können optimal in die Hornhaut eindringen. Die Pflaster werden am Stück oder auf einer Rolle geliefert, sodass sich die Größe anpassen lässt. Hornhautpflaster werden meistens über Nacht angebracht. Die Salicylsäure löst die Hornschicht Schritt für Schritt auf, wodurch wieder Feuchtigkeit aufgenommen werden kann und die Haut elastischer wird. Nach Abnehmen des Pflasters sollte ein warmes Fußbad mit einem entsprechenden Zusatz erfolgen und die Hornhaut einfach sanft abgeschabt werden.

Vorteile der Hornhautpflaster

  • wirkt intensiv und zuverlässig
  • auch bei sehr dicker Hornhaut anwendbar

Nachteile der Hornhautpflaster

  • nur an einzelnen Stellen und nicht am ganzen Fuß anwendbar

Fazit

Obwohl mit Geräten wie einem elektrischen Hornhautentferner gute Möglichkeiten bestehen, die Füße gesund und schön zu halten, ist der beste Schutz vor Hornhaut immer noch, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. So wird vorgebeugt:

  • Cremen: Die Füße freuen sich täglich über eine Portion reichhaltige Creme, die Feuchtigkeit spendet.
  • Fußbad: Einmal wöchentlich sollte ein Fußbad auf dem Plan stehen. Danach lassen sich abgestorbene Hautzellen leicht entfernen.
  • Schuhe: Bei Schuhen ist eine gute Passform und die richtige Größe wichtig. Die Absatzhöhe sollte variieren.
  • Barfuß: Barfuß laufen stärkt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und macht die Zehen beweglicher. Alles Faktoren, die der Hornhautbildung vorbeugen.
  • Massagen: Eine regelmäßige Fußmassage mit einem Peeling hilft, die Haut in der Region elastisch zu halten.

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