Kosmetische Hornhautentfernung, Podologie Und Fisch-spa

Kosmetische Hornhautentfernung und Podologie

Die kosmetische Fußpflege

Bei einer kosmetischen Fußpflege geht es hauptsächlich darum, die Füße zu verschönern und sie optisch ansprechend zu machen. Die Anwendung in einem Studio oder bei einem Hausbesuch durch einen Fußpfleger oder eine Fußpflegerin umfasst die Reinigung und Schneiden der Fußnägel, das Abtragen von Verdickungen der Nagelhaut und das Entfernen der Hornhaut. Zur Hornhautentfernung wird gewöhnlich in einem Kosmetikstudio eine Feile benutzt, wie sie die meisten auch daheim haben. Bei hartnäckiger Hornhaut greift der Fußpfleger eventuell zu einem Hornhauthobel. Auch Bimssteine sind üblich, meist, um die Grundreinigung der Füße vorzunehmen. Besonders wichtig bei einer kosmetischen Fußpflege ist die Nagelkorrektur. Die Nägel werden gekürzt, in Form gebracht, gefeilt und meistens noch mit einem Nagellack verschönert. Meist wird die kosmetische Fußpflege noch durch eine Beratung ergänzt, wie die Füße zu Hause zu pflegen sind und welche Produkte sich hierfür eignen.

Während die kosmetische Fußpflege der Verschönerung und Pflege des Fusses dient, geht es bei der Podologie um medizinische Fußprobleme. Die Hornhautentfernung wird jedoch von beiden durchgeführt.

Podologie- die medizinische Fußpflege

Fußpflege ist nicht gleich Fußpflege. Seit 2002 existiert in Deutschland ein Gesetz, dass Fußpfleger von Podologen abgrenzt. Podologe darf sich nur nennen, wer eine staatliche Prüfung abgelegt hat. Voraussetzung hierfür ist eine zweijährige Ausbildung. Der Name Podologe leitet sich übrigens von dem altgriechischen Wort podos=Fuß ab. Doch was ist nun der Unterschied zwischen einem Podologen und einer Fußpflege, wie sie in Kosmetikstudios angeboten wird, aber auch zu Hause mit Heimpediküre-Set und elektrischem Hornhautentferner verstärkt durchgeführt wird?

Die Fußpflege beim Podologen ist keine kosmetische, sondern eine medizinische Fußpflege. Sind die Nägel zum Beispiel von Nagelpilz befallen, empfiehlt der Hautarzt oft den Gang zum Podologen. Daneben arbeiten Podologen auch mit Physiotherapeuten oder Orthopädie-Schuhmachern zusammen. Podologen können dank ihrer zweijährigen Ausbildung Warzen fachgerecht entfernen, die Zehen bei eingewachsenen Nägeln behandeln, Nagelpilz therapieren und zum Beispiel auch Nagelprothesen anfertigen und einsetzen. Besonders häufig sind Diabetiker Kunden eines Podologen. Die Krankheit bringt als Begleiterscheinung meist automatisch Fußprobleme mit sich wie Nagelpilz, Fußpilz oder eingewachsene Nägel und übermäßig viel Hornhaut. Dabei können Podologen die Leistungen für Diabetiker direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Das sogenannte diabetische Fußsyndrom ist dabei nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Durch den permanent erhöhten Blutzuckerspiegel werden die Nerven geschädigt und es treten vermehrt Durchblutungsstörungen auf. Dadurch wird die Haut am ganzen Körper, besonders jedoch an den Füßen, rissig und anfällig für kleine Wunden und Verletzungen. Ein Besuch bei Podologen empfiehlt sich auch für Patienten, die an rheumatischen Erkrankungen leiden oder bei denen Schädigungen der Nerven und Durchblutungsstörungen vorliegen. Gleiches gilt für alle, bei denen eine übermäßige Hornhautproduktion vorliegt, aufrollende Zehennägel, Warzen, Hühneraugen, Nagelpilz, Fußpilz und eingewachsene Zehennägel bestehen.

Hat die Fußpflege lange brachgelegen, empfiehlt sich ebenfalls, einen Podologen aufzusuchen, statt zu den handelsüblichen Geräten zu greifen. Ist erst einmal eine gesunde Basis geschaffen, kann danach zu Hause die Fußpflege mit einem elektrischen Hornhautentferner fortgesetzt werden. Die Geräte, die in der podologischen Praxis zur Verfügung stehen, verfügen über deutlich höhere Drehzahlen als die Geräte für zu Hause. So arbeitet ein elektrischer Hornhautentferner beim Podologen mit 30.000 bis 40.000 Umdrehungen pro Minute, während es ein Gerät für Zuhause nur auf 5000 Umdrehungen pro Minute bringt. Patienten mit sehr starker Hornhaut könnten dann - zu Unrecht - von einem handelsüblichen Gerät enttäuscht sein. Zudem dauert es deutlich länger, bis die Hornhaut entfernt ist und das Gerät läuft möglicherweise heiß. Deswegen ist es wichtig, das passende Gerät für sich zu finden. Als Hilfestellung haben wir dazu diese elektrischen Hornhautentferner für Sie getestet.

Sind die Füße jedoch wieder in einem gesunden Zustand, empfehlen Podologen meist sogar die Benutzung von elektrischen Hornhautentfernern für zu Hause. Eine Ausnahme machen die Experten allerdings bei Nagelpilz. Werden hier nicht akribische Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt, kann der Nagelpilz leicht auf andere Nägel verschleppt werden. Insofern ist es ratsam, die Füße beim Podologen pflegen zu lassen, bis der Nagelpilz verschwunden ist und dann erst auf die Heimgeräte umzusteigen. Denn wer sterilisiert zu Hause schon alles mit Dampf, wie es in einer podologischen Praxis üblich ist?

Je nach vorliegender Problematik müssen die gesetzlichen Krankenkassen die Besuche beim Podologen übernehmen.

Wer zum Podologen geht, ist in der Regel im Bilde darüber, dass es mit den Füßen ein Problem gibt, bei dem eine normale kosmetische Fußpflege oder Anwendungen zu Hause nicht mehr ausreichen. In der Praxis selbst wird der Patient erst gründlich befragt und darf im Anschluss ein entspannendes Fußbad genießen. Danach wird der Podologe die Füße gründlich untersuchen und die Problemzonen ausfindig machen. Viele Probleme sind nicht in einer Sitzung zu beheben, daher wird ein seriös arbeitender Podologe immer einen Behandlungsplan für seine Patienten anfertigen. Der Podologe wird die Nägel des Patienten schneiden und auch bei eingewachsenen Nägeln Abhilfe schaffen. Danach wird die Hornhaut entfernt und es erfolgt eine Fußmassage oder Gymnastik, um die Beweglichkeit des Fußes zu unterstützen. Am Ende der Behandlung gibt der Podologe Tipps, wie der Patient zu Hause seine Füße pflegen kann. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dass übermäßige Hornhaut soweit im Griff ist, erfolgen zum Beispiel Empfehlungen für einen elektrischen Hornhautentferner, der im Alltag genutzt werden kann. Der Gang zum Podologen muss nicht immer aus eigener Tasche bezahlt werden. Denn ist die Anwendung medizinisch notwendig, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Fußpflege. Das betrifft nicht nur Diabetiker. So musste die Krankenversicherung einer Patientin die Kosten für eine Nagelkorrekturspane übernehmen, mit der ein Podologe einen eingewachsenen Nagel behandelt hatte (http://www.fr.de/leben/recht/urteil-der-woche-krankenkasse-muss-fusspflegerin-bezahlen-a-1392981). Dasselbe könnte auch für die Entfernung übermäßiger Hornhaut gelten. Etwa, wenn die Beeinträchtigung beim Gehen zu groß ist. Im Zweifelsfall hilft es immer, einen entsprechenden Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse einzureichen und gegebenenfalls auf das Urteil zu verweisen.

Der Fisch-Spa: Eine ungewöhnliche Methode der Hornhautentfernung

Wie hilfreich sind Fisch Spas wirklich zur Pflege der Fuesse

Seit einigen Jahren eröffnen in Großstädten sogenannte Fisch- Spas. Diese Studios bieten eine biologische Entfernung von Hornhaut an den Füßen unter Einsatz von lebenden Fischen an. In Glasbassins finden sich mehrere Exemplare der Roten Saugbarbe, die in fließenden Gewässern im Süden der Türkei und in Syrien beheimatet ist. Diese auch Kangalfisch genannte Art wird bis zu 14 cm groß und sechs Jahre alt. Das Besondere an dieser Fischart ist, dass sie sich von Hautschuppen ernährt. Sobald die Füße ins warme Wasser des Beckens eintauchen, beginnen die Tiere mit ihrem Werk. Dabei machen sie sich nicht nur über Hornhaut her, sondern auch über von Neurodermitis und Schuppenflechte (Psoriasis) befallene Hautparteien. Diese Schuppen stellen für die Fische eine zusätzliche Proteinquelle auf ihrem Speisezettel dar. In Spa-Kreisen werden die Kangalfische daher auch Doktorfische genannt. Doch wie läuft so eine Fisch-Fußpflege ab?

Bevor es ins Becken geht, werden die Füße des Kunden gründlich gereinigt, damit die Hornhaut gut aufweicht. Danach werden die Füße in das auf 29 Grad temperierte Wasser gelassen und verbleiben dort mindestens eine halbe Stunde. Denn so lange brauchen die Fische, bis sie sämtliche Hautschuppen abgeknabbert haben. Das kann etwas kitzeln, ist aber nicht unangenehm. Nach einer gewissen Zeit tritt sogar ein Entspannungseffekt ein, was der Grund ist, warum die Fußpflege mit Fischen boomt. Der Trend kommt aus Thailand, wo Fisch-Spas in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz genießen. Die Anbieter beziehen die Fische direkt von Züchtern aus der Türkei über den Onlinefachhandel. Manche Spas züchten auch eigene Exemplare. Die Fisch-Pediküre ist am effektivsten, wenn Saugbarben mit einer Größe von fünf Zentimetern eingesetzt werden. Sind die Tiere erst einmal geschlechtsreif, kann es passieren, dass sie aggressiv werden, was bei einer Fußpflege natürlich zu schmerzhaften Resultaten führen könnte.

Achtung: Fisch-Spas, bei denen Saugbarben Hautschuppen und Hornhaut einfach abknabbern, liegen aktuell im Trend. Allerdings ist die Prozedur weder besonders nachhaltig noch gesund. Denn das Wasser verbleibt im Becken, wodurch Bakterien und Keime, die der Vorgänger hinterlassen hat, ein leichtes Spiel haben.

Während vor allem Frauen gerne diese neue Art der Fußpflege in Anspruch nehmen, stoßen die Fisch-Spas aus verschiedenen Gründen teilweise auf sehr heftige Kritik. Tierschützer kämpfen seit Jahren vergeblich gegen den Verbot der Becken mit den Knabberfischen in Kosmetiksalons, Frisierstuben, Wellnesstempeln und spezialisierten Fisch-Spas. Zum einen wird damit argumentiert, dass nur die Jungtiere geeignet sind, um die Hautschuppen der Kunden abzuknabbern. Ältere Tiere sind daher für den Betrieb nutzlos. Hier halten die Spa-Betreiber dagegen, dass ausgemusterte Saugbarben entweder dafür eingesetzt werden, um Nachwuchs zu züchten oder an die Züchter zurückgegeben werden, damit dort für die nächste Generation gesorgt werden kann. Andere kritisieren, dass die Bedingungen in den Becken nicht artgerecht seien. Auch hier halten die Spas dagegen. In ihren Ursprungsländern leben die Fische meist in Thermalquellen. Die Becken im Spa sind angenehm temperiert, sodass die Tiere ähnliche Bedingungen vorfinden wie in Freiheit. Das reicht Tierschützern und Veterinären allerdings nicht. Denn die gewerbsmäßige Knabberei bereitet den Fischen ganz schön Stress. Viele Spas halten daher gewisse Ruhezeiten für die Tiere ein, damit es nicht zu viel wird. Amtstierärzte verlangen ferner von den Spa-Betreibern, dass sie einen Sachkundenachweis für Süßwasseraquaristik vorlegen. Zudem werden die Becken vor der Inbetriebnahme peinlich genau inspiziert und auch später werden immer wieder Kontrollen durchgeführt. Aus tierschutzrechtlichen Gründen muss bedacht werden, dass die Fische sich von den Kunden Krankheiten zuziehen könnten. Ein guter Fisch-Spa wird von seinen Kunden daher verlangen, dass die Füße gründlich gereinigt werden und auch keine Rückstände von Seife oder Lotionen mehr tragen, wenn es ins Becken geht.

Doch die Fische sind nicht die einzigen, deren Gesundheit von den Spas bedroht ist. Denn es ist möglich, sich bei der Fisch-Pediküre mit einer stattlichen Anzahl von Krankheitserregern zu infizieren. Die Gesundheitsbehörden in Großbritannien warnen sogar davor, sich in diesen Becken mit Hepatitis C oder HIV anzustecken. Das Risiko ist an sich zwar gering, doch ist es nicht auszuschließen, dass eine Infektion stattfinden kann, wenn Viren oder Blut in das Wasser gelangen. Da die Fische sich im Wasser befinden, kann der Inhalt des Beckens nach einer Anwendung nicht einfach ausgewechselt werden. Hautschuppen und -reste des Vorgängers verbleiben im Becken. Das wird damit zu einem idealen Nährboden für Keime und Bakterien aller Art. Wer eine kleine Schnittwunde oder eine offene Stelle an den Füßen hat, kann sich so durchaus infizieren. Die Anbieter versuchen, ihr Möglichstes zu tun. Mit starken Pumpen und UV-Filtern werden die Becken entkeimt. Kunden, die ansteckende Krankheiten haben, werden gebeten, von einer Behandlung abzusehen. Viele Spas akzeptieren zudem keine Kunden, die Neurodermitis oder Schuppenflechte haben. Hautärzte stehen den Fisch-Spas ohnehin skeptisch gegenüber(https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/882087/fisch-pedikuere-aerzte-sehen-trend-skeptisch.html). Zwar gibt es immer wieder Fälle, in denen Patienten von Verbesserung ihrer Beschwerden bei Neurodermitis und Schuppenflechte berichten, doch eine medizinische Grundlage hat das nicht. An diese Gruppe wenden sich spezielle Anbieter von Fischtherapien, meist handelt es sich dabei um spezialisierte Heilpraktiker. Es existieren auch keinerlei Studien über medizinische Erfolge bei diesen Krankheitsbildern, die auf Saugbarben zurückzuführen sind.

Fisch Spas zur Fusspflege mit deutlichen Nebenwirkungen und Nachteilen

Professionelle Fußpfleger sehen in den Fischen keine ernsthafte Konkurrenz. Denn von den Tierchen ist eine effektive, nachhaltige Entfernung der Hornhaut nicht zu erwarten. Wer nur eine leichte Hornschicht auf den Füßen hat, kann sich diese von den Saugbarben zwar abtragen lassen. Doch bei dicker Hornhaut reichen die halbstündigen Anwendungen im Fischbecken bei weitem nicht aus. Es handelt sich bei den Fisch-Spas um eine reine Wellnessbehandlung, die ein durchaus feines, weiches Hautbild auf den Füßen lässt. Auf die Dauer nachhaltiger sind jedoch speziell auf die Fußpflege zu Hause ausgerichtete Produkte wie ein elektrischer Hornhautentferner sowie Peelings und spezielle Fußcremes. Damit verschwindet Hornhaut zuverlässig, die Füße werden weich und niemand muss Bedenken aufgrund des Tierschutzes (https://www.bunte.de/beauty/pflege/hautpflege/hornhaut-entfernen/unmoralischer-spa-trend-die-gruselige-wahrheit-ueber-fischpedikueren.html) oder vor ansteckenden Krankheiten haben, die in einem Fisch-Spa lauern könnten.

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