Von Hausmitteln Und Anderen Mythen: Was Steckt Wirklich Hinter „Omas Tipps“?

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Der Traum von strahlend weißen Zähnen in Kombination mit einem besonders knappen Budget: frei nach dem Motto "Not macht erfinderisch", haben sich in den vergangenen Jahren viele verschiedene Hausmittel herumgesprochen, die angeblich ähnlich gute Ergebnisse wie ein tatsächliches Bleaching erzielen oder zumindest für eine leichte Aufhellung der Zähne sorgen sollen. Doch was steckt tatsächlich hinter diesen Hausmitteln, erzielen sie einen aufhellenden Effekt und falls ja, zu welchem (gesundheitlichen) Preis?

Wie gut eignen sich diverse "Hausmittel" zum Bleaching?

Diese Antwort lässt sich relativ deutlich beantworten: nämlich mit einem klaren "überhaupt nicht"! Egal ob Backpulver, Erdbeeren oder sogar Whitening-Zahncremes, die Hausmittel versagen entweder in jedem seriösen Test weil sie gar keinen aufhellenden Effekt erzielen oder aber sie lassen diesen nicht nur vermissen, beanspruchen dafür aber massiv die Zähne und den Zahnschmelz. Folglich eignen sich die Hausmittel pauschal nicht für das Bleachen der Zähne und sollten auch nicht als solche zweckentfremdet werden. Wer gerne Erdbeeren und Zitronen isst, darf das natürlich auch weiterhin, einen aufhellenden Effekt sollte aber niemand erwarten.

Achtung: glauben Sie nicht jedem x-beliebigen Versprechen im Internet, sondern begeben Sie sich selbst auf die Recherche. Einige der so häufig zum Bleaching proklamierten Hausmittel, wie beispielsweise Backpulver, sind enorm schädlich für den Zahn und das Zahnfleisch. Wer versucht damit seine Zähne aufzuhellen, kann im schlimmsten Fall irreparable oder zumindest langanhaltende Schäden verursachen, die bestenfalls noch durch einen Zahnarzt behoben werden können. Wer beim Bleaching sparen möchte, sollte also lieber in ein gutes Home-Kit investieren, am besten ist mit Hinblick auf die eigene Gesundheit und das Ergebnis aber natürlich der Besuch beim Zahnarzt!

Nachfolgend soll einmal mit den bekanntesten der Hausmitteln und ihrer sagenumwobenen Wirkung aufgeräumt werden. So können Sie sich selbst vergewissern, ohne diese aktiv einsetzen zu müssen, dass eine aufhellende Wirkung ausgesprochen unrealistisch ist, gesundheitliche Schäden hingegen schon wesentlich wahrscheinlicher.

Sechs beliebte Hausmittel und warum sie nicht wirken (können)

  1. Backpulver

    Der Klassiker, von dem man im Internet immer wieder liest, versagt in jedem ernstzunehmenden Test komplett. Zwar kann Backpulver oberflächliche Verunreinigungen von den Zähnen entfernen, das liegt aber lediglich an seiner Textur und der abreibenden Wirkung. Dabei werden nicht nur die Verunreinigungen entfernt, sondern direkt der ganze Zahnschmelz hinterher, welcher eigentlich eine enorm wichtige schützende Funktion einnimmt. Im schlimmsten Fall werden Zähne nicht nur oberflächlich beschädigt. Weiterhin kann der Einsatz von Backpulver zu blutendem Zahnfleisch führen, das Verhältnis zwischen guten und schlechten Bakterien im Mundraum aus der Balance bringen und zugleich die Bildung von Plaque begünstigen. Backpulver zum Bleaching oder generell zur Anwendung im Mundraum zu empfehlen ist also nicht nur grob fahrlässig, sondern auch noch ungemein gefährlich - unbedingt die Finger davon lassen!

  2. Statt einer Zahncreme mit Salz die Zähen putzen

    Der nächste Unsinn, der erneut auch noch gefährlich ist. Die Salzkristalle haben kaum überraschend ebenfalls eine stark abschleifende Wirkung, entfernen folglich wichtigen und schützenden Zahnschmelz. Sie haben eine desinfizierende Wirkung, entgegen dem Backpulver, weshalb zumindest Infektionen unwahrscheinlicher sind, aber eine aufhellende Wirkung wird damit immer noch nicht erzielt. Außerdem enthält eine Zahncreme natürlich viele wichtige Inhaltsstoffe, die zum gesunden Erhalt der Zähne notwendig sind - schon deshalb sollte sie nicht mit Salz ersetzt werden.

  3. Helle Zähne mit gesunden Früchten: der Erdbeeren- und Zitronen-Mythos

    Bei Kleidung ist bekannt, dass Zitronensaft eine bleichende Wirkung entfaltet. Diese tritt tatsächlich auch auf den Zähnen auf, wer also mit Zitronensaft spült und gurgelt, wird sie mitunter relativ effektiv eine Nuance heller bekommen. Hierbei wird aber gern vergessen, dass Zitronensaft eine Säure ist, die auf massive Art und Weise die Substanz der Zähne angreift und den Zahnschmelz mitunter so zerstört, dass er nicht mehr vollständig wieder hergestellt werden kann. Deshalb ist diese Methode keinesfalls zu empfehlen. Ähnlich verhält es sich mit Erdbeeren, nur dass diese gar keine aufhellende Wirkung haben und sich die feinen Samen zudem im Zahnfleisch festsetzen und da Entzündungen hervorrufen können.

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  4. Wasserstoffperoxid

    Gemeingefährlich, wenn es falsch angewandt wird. Wasserstoffperoxid kommt unter anderem in Bleaching-Gels und Bleaching-Zahnpasten zum Einsatz, da aber in einer sehr geringen Dosierung, damit keine Schäden verursacht werden. Wer hingegen mit Wasserstoffperoxid in Reinform spült, erzielt höchstens eine Verätzung im Mundraum, inklusive der Zerstörung vom Zahnschmelz. Auch das ist also ein "Hausmittel", welches man direkt in eine Schublade stecken und nie wieder in Erwägung ziehen sollte.

  5. Bleaching-Kaugummis beziehungsweise Bleaching-Zahnpasta

    Beides ist zumindest nicht annähernd so gefährlich wie die bisherigen vier Hausmittel. Die Zahnweiß-Kaugummis sind für gewöhnlich ohne Zucker konzipiert und können gegenüber Karies schützen, eine aufhellende Wirkung sollte trotz ihres Namens aber nicht erwartet werden. Bleaching-Zahnpasta könnte theoretisch zumindest einen minimal aufhellenden Effekt erzielen, sollte wegen des Abrasionswertes aber nicht mehr als zwei- oder dreimal in der Woche verwendet werden. Selbst dann wird das darin investierte Geld besser zurückgelegt, gespart und später einmal in ein anständiges Bleaching gesteckt.

  6. Mit Bananenschalen die Zähne aufhellen

    Wieder einmal ein gefährliches Hausmittel, welches zudem noch nicht einmal eine aufhellende Wirkung erzielt. Wenn überhaupt, dann lassen sich durch Bananenschalen oberflächliche Verschmutzungen entfernen, eine tatsächliche Aufhellung findet aber nicht statt. Viel mehr werden die Zähne bis hin zu ihrer Substanz angegriffen, da auch in Bananenschalen noch viel Zucker steckt, welcher dann quasi in die Zähne einmassiert wird - davon ist natürlich abzuraten!

Vier weitere Vorurteile beim Bleaching

Dass solche Hausmittel gefährlich sind und keinesfalls zum Aufhellen der Zähne verwendet werden sollten, wurde ausreichend erläutert. Sehen Sie also unbedingt davon ab, sich von vermeintlich positiven Meinungen im Internet überzeugen zu lassen, denn jeder seriöse Zahnarzt wird Ihnen dringend davon abraten. Hinsichtlich des Bleachings existieren aber noch einige weitere Vorurteile, mit denen an dieser Stelle ebenfalls einmal aufgeräumt werden soll.

  1. Bleaching eignet sich für jeden!

    Das ist schlicht und ergreifend falsch, denn ein Bleaching eignet sich keinesfalls für jeden und auch nicht für alle Zähne. Pauschal sollten schon aus dem gesunden Menschenverstand heraus die Zähne von Kindern nicht gebleached werden, das gilt übrigens auch für schwangere Frauen. Ebenso eignen sich nicht pauschal alle Zähne für den aufhellenden Prozess, beispielsweise wenn aufgrund der eigenen Genetik die Produktion von neuem Zahnschmelz gestört ist oder allgemein nur eine sehr dünne Schicht Zahnschmelz existiert. Das Bleaching würde den geringen Zahnschmelz, der immerhin existiert, abreiben und somit die zuverlässigste Schutzschicht der Zähne außer Kraft setzen. Wer ganz sicher sein möchte, auch bei der Anwendung von Home-Kits, lässt seine Eignung daher immer im Vorfeld von einem Zahnarzt attestieren

  2. Bleaching funktioniert auch bei Veneers und Kronen

    Der Bleaching-Prozess wirkt lediglich bei natürlichen Zähnen, denn diese sind porös und können somit teilweise (auf sehr minimale Art und Weise) abgerieben werden. Bei Kronen, Veneers und Co. existiert diese Option nicht, weshalb auch keine aufhellende Wirkung möglich ist. Speziell bei Veneers sollten diese, wenn sie stark verfärbt sind, ersetzt werden.

    Das berühmte "Hollywood-Lächeln" ist oftmals weniger das Ergebnis von Bleaching und mehr das Resultat der relativ kostspieligen Veneers. Damit diese dauerhaft strahlen, werden sie nicht nur gründlich von den Stars und Sternchen gepflegt, sondern auch regelmäßig ausgetauscht. Für den "Ottonormalverbraucher" ist das aber ein kostspieliger Prozess, der sich vorab gut überlegt werden sollte.

  3. Einmal gebleached, immer strahlend schöne Zähne

    Schön wäre es, doch ist natürlich auch diese Aussage völlig falsch. Nur weil die Zähne einmal aufgehellt worden, sind sie fortan nicht auf magische Art und Weise gegenüber neuen Verfärbungen immun. Es kann genauso schnell und stark zu Verfärbungen kommen, speziell bei Rauchern und starken Kaffeetrinkern, wie schon vor dem Bleaching. Deshalb entscheiden sich viele Menschen auch dafür, das teure Bleaching mit einem Abwerfen von schlechten Gewohnheiten zu kombinieren, um möglichst lange Zeit von den schönen Zähnen profitieren zu können.

  4. Nach dem Bleaching sehen Zähne unnatürlich aus

    Das ist ebenfalls falsch. Home-Kits sind nicht stark genug, um den Zähnen einen unnatürlichen Weiße-Grad zu verleihen, der Zahnarzt hingegen ist fachlich bestens aufgestellt, um strahlende und doch noch natürlich wirkende Zähne durch die Aufhellung zu "formen". Weiterhin kommen die bleichenden Substanzen natürlich immer in einer abgeschwächten, nicht unendlich hoch dosierten Form zum Einsatz. Niemand muss also fürchten, dass seine eigenen Zähne plötzlich in der Dunkelheit anfangen würden zu leuchten!

Fazit: Hausmittel und Vorurteile: Professionelle Lösungen sind immer besser!

Hausmittel lassen entweder jegliche Wirkung vermissen oder sind für Zähne und Zahnfleisch sogar noch immens gefährlich. Jeder, der sich mit Verfärbungen und zu dunklen Zähnen herumschlägt, sollte also lieber auf eine fachgerechte Behandlung oder ein sehr gutes Home-Bleaching-Kit sparen, bevor die Zähne noch in irreparabler Weise beschädigt werden.

Kein einziges Hausmittel erhält eine Empfehlung oder kann als ungefährlich bezeichnet werden!

Bei Vorurteilen ist Obacht zu geben, denn diese sind ebenso häufig einfach als falsch zu bezeichnen. Vor allem werden durch Veneers immer wieder unrealistische Erwartungen geschaffen oder Betroffene gehen davon aus, dass solch ein Bleaching ein Leben lang halten würde. Um später nicht enttäuscht zu werden, sollte man sich daher genau mit dem Thema befassen und die eigenen Erwartungen realistisch halten.

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