Kurze Geschichte Der Hornhautentfernung Und Fußpflege

Geschichte der Fusspflege und Hornhautentfernung

Die Hornhautentfernung als Teil der Fußpflege ist so alt wie die Menschheit. Zwar sind keine Belege oder Pedikürewerkzeuge aus der Steinzeit überliefert. Doch ist es anzunehmen, dass bereits die Urmenschen, die pro Tag mindestens 20 km zu Fuß unterwegs waren, ihre Strategien entwickelt hatten, die stark beanspruchten Füße zu pflegen. Seit ungefähr 4000 Jahren gibt es Belege aus alten Hochkulturen wie Babylon, Ägypten und China, die ein Bild von der Fußpflege und Hornhautentfernung damals zeichnen. Im antiken Zweistromland war die Pediküre eine Art Statussymbol bei beiden Geschlechtern. Wer sich Fußpflege und Hornhautentfernung leisten konnte, stand auf dem gesellschaftlichen Treppchen ziemlich weit oben. Entsprechend teuer waren auch die Werkzeuge, die zur Hornhautentfernung und Pediküre genutzt wurden. Wie viele Quellen aus Babylon berichten, war die Präsentation gepflegter Hände und Füße in dieser Kultur eines der markantesten Merkmale, um den gesellschaftlichen Rang und die Vermögensverhältnisse des Gegenübers einzuordnen - ähnlich, wie das heute mit Autos oder Mobiltelefonen passiert.

Fußpflege mit Pediküre, Nagellack und Hornhautentfernung war in vielen alten Kulturen nicht nur eine beliebte kosmetische Anwendung, sondern oft auch Teil religiöser Kulte.

Aus China ist vor 3000 vor Christus überliefert, dass die feine Gesellschaft regelmäßig eine Maniküre und Pediküre genoss und durch die Farbe ihres Nagellacks die Zugehörigkeit zu einer Klasse dokumentierte. So waren Rot und Schwarz ausschließlich der königlichen Familie vorbehalten. Die kosmetische Behandlung war auch in China nicht nur Frauensache. Beide Geschlechter ließen sich recht lange Nägel stehen, um damit zu zeigen, dass sie keine schweren Arbeiten verrichten mussten. Die Wiege der Fußpflege steht jedoch eindeutig im Alten Ägypten. Die Fußpflege war nicht nur ein Zeichen der Zugehörigkeit zu einer hohen Klasse, sondern auch Teil des religiösen Kultes. Wie in China zeigte hier der Nagellack an, mit wem man es zu tun hatte. Rot war ausschließlich der Familie des Pharao vorbehalten, wobei Individualität durch die Verwendung unterschiedlicher Farbnuancen dokumentiert wurde. So soll Kleopatra dunklen Nagellack getragen haben und Königin Neferari eine rubinrote Nuance. Auch die Männer komplettierten ihre Fußpflege mit Nagellack, besonders, bevor sie in den Krieg zogen. Offensichtlich war es Teil der Kriegstaktik, Nägel und Lippen in derselben Farbe zu bemalen. Die Fußpflege war auch im Jenseits wichtig. So wurden nicht nur Fußpflegeutensilien von der Nagelfeile bis zum Hornhautraspel in Gräbern gefunden, sondern auch Nagellack. Die Mumien selbst kamen manikürt und pedikürt in ihre ewige Ruhestätte.

Eine Fundgrube von unschätzbarem Wert stellt der "Papyrus Ebers" dar. Dieses im 16. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung angefertigte "Medizinbuch" wurde nach seinem Käufer Georg Ebers benannt. Hier finden sich etliche Hinweise darüber, wie die Füße zu pflegen sind und wie Hornhaut behandelt werden kann. Es gibt Mischungen für Cremes, die gegen Hornhaut angewendet werden können und spezielle Lotionen, mit denen Binden getränkt und die Füße eingewickelt wurden, um Herr über die Hornhaut zu werden. Wie es scheint, verließen sich die Alten Ägypter nicht ausschließlich auf ihre medizinischen Tinkturen. Der Papyrus Ebers listet ebenfalls verschiedene Zaubersprüche, mit denen übermäßige Hornhaut oder auch Hühneraugen behandelt wurden.

Im Mittelalter wurde Hornhaut mit dem Brenneisen entfernt. Von diesen Behandlungsmethoden ist die moderne Fußpflege heute glücklicherweise Lichtjahre entfernt. Inzwischen hat sich der elektrische Hornhautentferner etabliert.

Bei den Griechen beschrieb Hippokrates, der wohl berühmteste Arzt aller Zeiten, die Notwendigkeit der Hornhautentfernung und auch in der römischen Kultur gab Plinius der Ältere entsprechende Anweisungen, wie die Füße zu pflegen seien. Danach war es erst einmal ein paar Jahrhunderte still in der Geschichte der Fußpflege. Ab dem Mittelalter finden sich in Europa wieder Aufzeichnungen darüber, wie die Füße zu pflegen seien. Paulos von Aigina beschreibt zum Beispiel das Brenneisen als Methode gegen die Hornhautentfernung. Allein der Gedanke an die Prozedur verursacht heute unangenehme Empfindungen. Der ab dem 12. Jahrhundert neu entstandene Berufszweig der Bader kümmerte sich in der ärmeren Bevölkerung um medizinische und kosmetische Probleme aller Art. Bader zogen oft mit ihren Wagen von Ort zu Ort und boten auf den Marktplätzen ihre Behandlungsmethoden feil. Manche führten sogar komplette Operationen durch. Die Menschen ließen sich oft Zähne ziehen oder ihre Hornhaut entfernen.

Zu Beginn der Frühen Neuzeit engagierten sich vor allem Menschen jüdischen Glaubens beruflich in der Fußpflege. Das lag daran, dass damals die Zünfte stark die Ausübungen von Handwerk regulierten. Bestimmte Berufe waren an die Mitgliedschaft in einer Zunft gebunden. Die Zünfte waren für Juden damals nicht zugänglich. Der Beruf des Fußpflegers unterlag jedoch keinerlei Beschränkungen, weshalb sich diese Bevölkerungsgruppe darin spezialisieren konnte. Das belegen verschiedene Aufzeichnungen aus Frankreich und England. Die berühmtesten Fußpfleger sind sogar namentlich erwähnt. Besonders hervorgetan auf diesem Gebiet haben sich zum Beispiel Abraham Durchlacher und sein Sohn Lewis. Lewis Durlacher hat sogar drei Bücher rund um das Thema Fußpflege verfasst. Sein Werk "A Treatise of Corns" - über die Entfernung der Hornhaut - war sogar derart angesehen in der Branche, dass dieses Buch noch 1945 in den USA eine Neuauflage erfuhr. Im 20. Jahrhundert wurde die Fußpflege zunehmend gesetzlich reguliert. Auch vielfältige technologische Neuerungen wurden eingeführt. Es entstand der Beruf des Fußpflegers, der schließlich 2002 in das eigenständige Berufsbild Podologe mündete.

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