Bleaching-Frequenz – Wie Häufig Sollten Zähne Wirklich Aufgehellt Werden?

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Selbst schonende Methoden zur Aufhellung der Zähne sollten nicht in einem übertriebenem Maße genutzt werden. Sowohl das Zahnfleisch als auch die Zähne und der gesamte Mundraum sind delikate, sensible Bestandteile des menschlichen Körpers, für die selbst schonende Verfahren des Bleachings eine Belastung darstellen. Zwar sind vor allem professionell durchgeführte Bleachings beim Zahnarzt eine langfristig erprobte und gut dokumentierte Methode zur Aufhellung, doch auch Ärzte mit einem seriösen Geschäftsgebaren werden nicht häufiger als nötig bleachen. Im nachfolgenden Artikel soll es daher einmal um die Bleaching-Frequenz gehen und wie häufig aufgehellt werden darf, ohne (bleibende) Schäden an den Zähnen zu riskieren.

Warum soll erneut aufgehellt werden?

Mit Hinblick auf die Frequenz sind alle Bleachings gemeint, die nach dem ersten Aufhellen der Zähne erfolgen. Generell können zwei Gründe vorliegen: entweder die Zähne wurden nach dem ersten Bleaching nicht weiß genug oder aber das letzte Aufhellen liegt bereits einige Zeit zurück, weshalb sich die Zähne erneut verfärbt haben. In beiden Fällen ist das Ziel also, dass die Zähne wieder ihr perlweißes Strahlen zurückerhalten. Der Umstand, dass nach dem ersten Bleaching noch weiter aufgehellt wird, ist keinesfalls so selten. Vor allem bei einer starken Verfärbung als Ausgangslage reicht eine Behandlung, weder zuhause noch in der Praxis, für gewöhnlich nicht aus.

Anders verhält es sich, wenn das Bleaching-Ergebnis eigentlich absolut zufriedenstellend war, nun aber nach einiger Zeit wieder neue Verfärbungen aufgetreten sind. Denn auch bei einem Bleaching werden die Zähne gegenüber solchen Verfärbungen natürlich nicht immun, sondern können sich genauso einfach (oder schwer) wie zuvor verfärben. Deshalb ist es hilfreich, wenn nach der Bleaching-Behandlung auch eine Anpassung der eigenen Lebensgewohnheiten stattfindet.

Nach einem Bleaching sollten typische Verursacher von Verfärbungen vermieden werden. Raucher könnten das Bleaching beispielsweise zum Anlass nehmen, endlich vollständig mit dem Rauchen aufzuhören. Starke Kaffeetrinker werden auf ihren morgendlichen Kaffee kaum verzichten wollen, dennoch könnte der Konsum mitunter reduziert werden. Auch andere Speisen und Getränke, beispielsweise Blaubeeren und schwarzer Tee, gehören am besten gemieden. Durch eine Anpassung der eigenen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten lässt sich die erforderliche Frequenz beim Bleaching maßgeblich reduzieren, da die Verfärbungen nicht wieder so schnell auftreten.

Die Frage nach dem: "Wie oft darf ich die Zähne bleichen?" sollte also eher lauten: "Wie oft ist das Bleaching tatsächlich erforderlich?". Denn hochfrequentiertes Bleaching macht unter keinen Umständen Sinn. Einerseits werden die zu erwartenden Ergebnisse dadurch nicht signifikant verbessert, andererseits wäre die Belastung für die Zähne und speziell den Zahnschmelz zu groß, um sehr häufiges Bleaching guten Gewissens empfehlen zu können.

Diese Faktoren spielen bei der Frequenz eine Schlüsselrolle

Abseits der eigentlichen Verfärbung ist es vor allem der Zustand der Zähne und des Zahnschmelzes, welcher eine entscheidende Rolle hinsichtlich der Frequenz einnimmt. So empfehlen Zahnärzte zum Beispiel, dass bei freiliegenden Zahnhälsen generell dieser Bereich, der frei liegt, komplett ausgespart wird, da er über keinen Zahnschmelz verfügt. Selbiges gilt in abgewandelter Form auch für Personen, die einen sehr dünnen Zahnschmelz haben oder genetisch bedingt zu wenig Zahnschmelz produzieren. Selbst ein erstes Bleaching wird ein Zahnarzt unter diesen Umständen mitunter ablehnen, garantiert aber Aufhellungen in einer hohen Frequenz. Die verhältnismäßig tadellose Gesundheit der Zähne wäre durch (zu häufiges) Bleaching schlicht nicht mehr gewährleistet.

Selbst wenn Sie sich statt für den Zahnarztbesuch für ein heimisches Bleaching mit entsprechenden Produkten entscheiden, sollten Sie Ihre Zähne im Vorfeld von einem Zahnarzt auf deren Bleaching-Tauglichkeit überprüfen lassen. Speziell bei krankhaften Veränderungen des Zahnschmelzes wird der Arzt Ihnen mitunter pauschal die Eignung zum Bleaching absprechen. Auf eigene Gefahr hin können Sie dieses dann natürlich dennoch zuhause mit entsprechenden Produkten veranlassen, riskieren dabei aber die Gesundheit Ihrer Zähne, insbesondere wenn Sie diese Kosmetika zu häufig (und damit falsch) anwenden!

Ebenfalls gehört der Zeitpunkt des Bleachings mit Bedacht gewählt. Besteht aktuell eine dauerhafte Einnahme von bestimmten Medikamenten, welche eine Verfärbung der Zähne auslösen können, sollte das Bleaching lieber komplett bis nach dem Absetzen dieser Medikamente verlegt werden. Anderenfalls könnten schon kurze Zeit nach dem Aufhellen erneute Verfärbungen auftreten, während ein weiteres Bleaching aus gesundheitlichen Gründen nicht empfehlenswert wäre. Den Zeitpunkt der Therapie clever zu wählen, kann sich folglich auch auf die benötigte oder gewünschte Frequenz auswirken.

Drei Warnzeichen, bei denen die Zähne vorerst nicht erneut aufgehellt werden sollten

Eine präzise Beurteilung des Zahnschmelzes und Mundraumes kann lediglich durch einen Zahnarzt erfolgen. Für Laien haben sich aber drei Warnzeichen herausgebildet, bei denen mindestens Vorsicht geboten ist, idealerweise wird das nächste Bleaching verzögert oder erst einmal bis zur Abklärung der Situation komplett ausgesetzt. Diese drei Warnzeichen lauten wie folgt:


1. Die Empfindlichkeit der Zähne

  • eine Überempfindlichkeit der Zähne kann bei einem Bleaching zumindest kurzfristig auftreten
  • fühlen sich die Zähne zum Zeitpunkt des eigentlichen nächsten Bleachings noch immer sehr empfindlich an, sollte dieses vorerst nicht durchgeführt werden
  • vor allem die Überempfindlichkeit gegenüber Kälte (beispielsweise kalte Getränke oder Speisen) ist ein deutliches Warnzeichen
  • wird dennoch aufgehellt, kann sich die Überempfindlichkeit noch verstärken und sich sogar in dauerhafte Schmerzen umwandeln


2. Das Zahnfleisch überprüfen

  • auch wenn das Bleaching auf die Zähne abzielt, bleibt das Zahnfleisch davon nicht unberührt, schließlich kommt es ebenfalls mit den bleichenden Stoffen und den Verfahren in Kontakt
  • es sollte überprüft werden, ob das Zahnfleisch stark gerötet oder geschwollen ist
  • auch ein blutendes Zahnfleisch, zum Beispiel beim Zähneputzen oder bei einem Biss in den Apfel, ist ein Warnsignal
  • in jedem Fall sollte unter diesen Umständen ein Zahnarzt konsultiert werden, weil mitunter auch eine Gingivitis vorliegt
  • das Bleaching ist unter diesen Bedingungen vorerst komplett auszulassen, später sollte mitunter eine andere Methode probiert werden


3. Die Farbe und Transparenz der Zähne

  • ungewöhnliche Verfärbungen an den Zähnen sollten vom Zahnarzt untersucht werden
  • insbesondere wenn diese eine bläuliche Farbe erhalten, ist höchste Vorsicht geboten
  • selbiges gilt für transparente Ränder an den Zähnen, was insbesondere an den Frontzähnen dann meist deutlich erkennbar wird
  • den Besuch beim Zahnarzt sollte man unter diesen Bedingungen nicht verzögern

Alle drei Warnzeichen einzeln betrachtet sind bereits ein guter Grund, das nächste Bleaching vorerst auszusetzen. Entweder haben sich die Zähne beziehungsweise das Zahnfleisch noch nicht vollständig davon erholt oder aber es besteht eine Unverträglichkeit gegenüber der eingesetzten Bleaching-Methode - das ist insbesondere bei Heimanwendungen häufiger der Fall, während Zahnärzte das Bleaching individuell auf die Zähne anpassen, wodurch das Risiko hier wesentlich geringer ausfällt.

Treten alle drei Warnzeichen simultan auf, ist schnellstens der Weg zum Zahnarzt anzutreten. Mitunter sind die Zähne für ein Bleaching generell komplett ungeeignet, weshalb dann jede weitere Aufhellung nur noch zu einer Verschlimmerung der Zustände führen würde.

Wie oft ist es "sicher", die Zähne aufzuhellen?

"So wenig wie möglich, so häufig wie nötig" - eine gute Prämisse, wenn es um das Bleichen der Zähne geht. Deutsche Zahnärzte empfehlen in einer offiziellen Stellungnahme eine Bleaching-Pause von mindestens zwei bis drei Jahren zwischen den einzelnen Therapien. Eine Bleaching-Therapie ist meist auf drei bis vier Sitzungen angelegt, danach wurde der gewünschte und realistische Weiße-Grad erreicht, womit diese Therapie dann als abgeschlossen gilt. Danach beginnt der Zeitraum der eben genannten zwei bis drei Jahren.

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Wird diese Bleaching-Pause nicht eingehalten, riskiert man eine schadhafte Veränderung des Zahnschmelzes. Letzterer wird durch das Bleaching selbst sowieso schon verändert, die Zähne werden nach jeder Sitzung für etwa fünf bis zehn Tage weicher, danach stellen sie sich aber wieder auf ihre ursprüngliche Festigkeit ein. Würde die Pause von rund drei Jahren nicht eingehalten werden, könnten sich die Zähne mitunter dauerhaft eine Gewöhnung an ihre weichere Festigkeit aneignen, was natürlich als ein negativer Begleiteffekt zu bezeichnen ist. Für die Behandlung in der Zahnarztpraxis gilt also: zwei bis drei Jahre werden als Minimum ausgehoben!

Wie verhält es sich bei Produkten, die im eigenen Zuhause angewandt werden?

Hier gestaltet sich die Situation etwas komplizierter. Viele Zahnärzte raten pauschal von solchen "Do-it-yourself-kits" ab, andere geben an, dass diese nicht länger als zwei Wochen genutzt werden sollten - obwohl einige dieser Produkte auf 30 Sitzungen und damit rund ein bis zwei Monate (wenn aller einem bis zwei Tage eine Anwendung erfolgt) angelegt sind. Im Zweifelsfall ist es immer besser, den Zahnärzten zu vertrauen und die Anwendung folglich zu begrenzen.

Die heimischen Bleachings sind tendenziell nicht so stark, wie die professionellen Alternativen beim Zahnarzt. Folglich muss die Bleaching-Pause im Regelfall nicht zwingend zwei bis drei Jahre betragen. Mehr als eine Therapie aller zwölf Monate sollte aber auf keinen Fall durchgeführt werden, vor allem dann nicht, wenn diese auf mehr als 14 Sitzungen angelegt sind. Wer auf "Nummer sicher" gehen möchte, nutzt diese Kits lediglich alle 16 bis 24 Monate.

Ebenfalls ist bei den heimischen Produkten die Dosierung zu beachten. So gibt es beispielsweise Opalescence-Produkte, die mit 10 oder 15 Prozent dosiert sind. Bei einer höheren Dosierung muss natürlich auch die Pause zwischen den Therapien länger ausfallen. Die ebenfalls sehr beliebten Crest White Strips (alternativ auch 3D Whitestrips) sollten ebenso nach der Gebrauchsanweisung verwendet werden. Laut des Herstellers ist mit den 3D Strips eine Behandlung zweimal im Jahr denkbar, wer vorsichtiger sein möchte, nutzt sie nicht mehr als einmal im Jahr.

Fazit: Häufiges Bleaching bringt oft nicht mehr, als gesundheitliche Beschwerden!

Ein strahlend schönes Lächeln durch Bleaching birgt nicht zwingend Gefahren, sofern damit nicht maßlos übertrieben wird. Wer ganz auf der sicheren Seite sein möchte, lässt zwischen seinen Bleaching-Therapien drei Jahren Pause, bei heimischen Produkten sind aber auch 16 Monate völlig ausreichend, wenn ein gesunder Zahnschmelz und ein ebenso gesundes Zahnfleisch vorliegen. Zahnärzte in Deutschland raten vor allem gegenüber langfristig angelegten Bleachings ab, beispielsweise wenn diese dauerhaft für 30 oder gar 60 Tage verwendet werden sollen. Unabhängig der Frequenz, sollte keine Bleaching-Therapie länger als 14 Tage beanspruchen.

Selbst wenn Sie sich gegen die Behandlung beim Zahnarzt entscheiden, ist es durchaus eine Überlegung wert, dieses Thema bei dem Zahnarzt des Vertrauens anzusprechen. In der Praxis lassen sich unter anderem entscheidende Kriterien wie die Qualität des Zahnschmelzes beurteilen, aber auch mögliche Gefahren wie freiliegende Zahnhälse identifizieren, welche generell beim Bleaching ausgespart werden sollten. Haben Sie sich bereits für ein Home-Produkt entschieden, könnten Sie dieses auch mit zum Zahnarzt nehmen oder diesen vorab um eine Empfehlung fragen. Zwar sind Zahnärzte natürlich daran interessiert das Bleaching selbst durchzuführen, auch weil es für diese eine lukrative Behandlung darstellt, dennoch haben die meisten Zahnärzte Verständnis und beraten auch bei späterer Home-Anwendung.

Häufiger laden sie dann aber zu regelmäßigeren Routine-Check-Ups ein, bei denen mögliche Veränderungen frühzeitig identifiziert werden sollten - es ist angeraten, diesen nachzugehen, insbesondere unmittelbar nach Abschluss einer Bleaching-Therapie.

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